Am 14. April 2026 fand auf Einladung des Beauftragten für die Belange von deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern und der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus (GGH) eine Lesung mit der Autorin Marie-Luise Knopp aus ihrem 4. Buch „Wenn die Mauersegler tanzen – Bunte Erinnerungen zwischen Mauerbau und Mauerfall“ im GGH in Düsseldorf statt.
Marie-Luise Knopp ist durch die Aufarbeitung ihrer DDR-Geschichte bekannt geworden und veröffentlichte bereits drei Bücher, u. a. über ihre Zeit als politischer Häftling.
Nach der Eröffnung der Lesung durch den Hausherrn des GGH, Prof. Dr. Winfrid Halder, und Grußworten sowohl des Landesbeauftragten Heiko Hendriks als auch von Dr. Georg Schneider von der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V. las die Autorin vor rund 50 interessierten Gästen aus ihrem frisch gedruckten 4. Buch „Wenn die Mauersegler tanzen – Bunte Erinnerungen zwischen Mauerbau und Mauerfall“ vor und gewährte den Zuhörern Einblicke in ihr Leben zwischen dem Bau und dem Fall der Berliner Mauer.
Wie in der Lesung und auch der Einleitung des Buches deutlich wird, waren es ihre beiden erwachsenen Enkelkinder, Michelle und Calvin Huhn, die die Autorin überzeugten, die Öffentlichkeit an diesem Teil der deutsch-deutschen Geschichte und ihrem Schicksal teilhaben zu lassen.
Besonders beeindruckend: Auch Michelle und Calvin sind in die Zeitzeugenarbeit ihrer Großmutter involviert und waren auch bei dieser Lesung zugegen. So las Michelle an der Seite ihrer Großmutter aus dem Buch, u. a. aus dem Kapitel „Zeitzeugen als lebendige Geschichtsbücher“, vor, welches ihr Bruder Calvin Huhn für das Buch verfasste:
„Wenn Geschichte erzählt wird, klingt sie oft fern, in Zahlen, Jahreszahlen und Fakten.
Aber Geschichte lebt in Gesichtern, Stimmen und Erinnerungen. Ich durfte sie erleben – ganz nah durch die Erzählungen meiner Großmutter.“
Ein weiteres Highlight der Lesung und Buchpremiere war ein bewegender Beitrag von Fabian van Laak, einem ehemaligen Gymnasiasten, der die Autorin im Rahmen ihrer Zeitzeugenarbeit kennenlernte. Die Begegnung hinterließ Spuren und zeigt, wie wichtig Zeitzeugenarbeit für die jüngeren Generationen ist und welchen Lerneffekt sie erzielt.
Im Anschluss hatten die Gäste noch Gelegenheit, das Buch zu erwerben und von der Autorin signieren zu lassen.
© Büro des Landesbeauftragten NRW
Zeitzeugenarbeit an Schulen
Ein bewegender Beitrag von einem ehemaligen Gymnasiasten
„Wie hält man so etwas durch? Wie kann ein Mensch das verarbeiten, unrechtmäßig von seinem eigenen Staat weggesperrt und schikaniert zu werden, nur aufgrund eines für uns so selbstverständlichen Wunsches wie dem, in Freiheit leben zu wollen?
Sie schildern eindrucksvoll, wie entsetzlich sich eine solche Situation anfühlt, und trotzdem bleibt sie uns fremd.
Doch das ist es nicht. Die Welt und unsere Freiheit, in der wir leben, sind keinesfalls selbstverständlich.
Sie haben selbst erlebt, wie schnell die eigene Freiheit verloren gehen kann, eine Erfahrung, die ich hoffe, nie durchmachen zu müssen.
Und obwohl Ihre Erzählungen auch trauriger und noch erschütternder wurden, so hatte ich nie das Gefühl, dass Sie die Hoffnung verloren haben – bewundernswert.
Aus Ihrer Erzählung nehme ich für mich zwei Punkte mit:
Erstens: Wir sind nie ganz allein. Selbst in scheinbar aussichtslosen Situationen gibt es Menschen, die an unserer Seite stehen.
Zweitens: Die Welt, in der ich und meine Klassenkameraden leben, ist nicht selbstverständlich. Auch wir, als die Jüngsten in unserer Gesellschaft, tragen Verantwortung und müssen uns dieser stärker bewusst werden, sofern wir unsere Welt behalten wollen.“
Fabian van Laak