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Über Marie-Luise Knopp

Marie-Luise Knopp wurde 1942 in einem kleinen Ort der ehemaligen DDR geboren, 10 Jahre arbeitete sie als Deutsch- und Geschichtslehrerin in Leipzig. Wegen geplanter Republikflucht inhaftierte die DDR sie ein Jahr im Frauengefängnis Burg Hoheneck. Nach dem Freikauf arbeitete sie 30 Jahre als Lehrerin an einer Förderschule, davon 20 Jahre in der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie der Rheinischen Landes- und Hochschulklinik. Sie absolvierte ein Zusatzstudium mit dem Abschluss Individualpsychologische Beraterin (DGIP). Ihr Interessenschwerpunkt war die Arbeit mit psychisch kranken Kindern. Hier führten mehrere Schreibprojekte zu Büchern und Lesereisen mit den Kindern und Jugendlichen quer durch Deutschland.


Aktuelles Buch

Eingesperrte Gefühle bahnen sich ihren Weg. Burg Hoheneck und ein Leben danach

Autor: Marie-Luise Knopp

Titel: Eingesperrte Gefühle bahnen sich ihren Weg

Untertitel: Burg Hoheneck und ein Leben danach

Verlag: Geest-Verlag 2018

ISBN: 978-3-86685-692-9

Preis: 12, 50 Euro


Buchveröffentlichungen

  • Total durchgeknallt
  • Wenn die Seele überläuft
  • Irrwege – eigene Wege
  • Reif für die Klapse

Alle Buchveröffentlichungen finden sich auch auf Lovelybooks.

Presse

Autorenlesung zum DDR-Unrecht im Leverkusener Funkenturm

Die Autorin Marie-Luise Knopp trägt – zusammen mit ihrem Verleger Verlagsleiter Alfred Büngen – aus ihrem autobiographischen Werk vor. Die bewegende Geschichte dokumentiert die kalte Brutalität der DDR im Umgang mit dem einzelnen menschlichen Individuum.

Es ist ein ermutigendes Zeichen: Dreißig Jahre nach dem Zusammenbruch der DDR-Herrschaft stößt die Autorenlesung „Eingesperrte Gefühle bahnen sich ihren Weg“ bei der gemeinsamen Veranstaltung des Arbeitskreises Literatur e.V. und der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. im Leverkusener Funkenturm auf breite und intensive Aufmerksamkeit.

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Marie-Luise Knopp forderte mir ihrer Geschichte zur Vergangenheitsbewältigiung heraus – Mehr als 150 Zuhörer bei ihrer Lesung in Schloss Hoheneck

„Dichtes Schneetreiben, Kälte und Nässe – Das ehemalige Frauenzuchthaus Hoheneck präsentierte sich an diesem Märzabend so, wie die Autorin Marie-Luise Knopp es in Erinnerung hatte, die hier ihre Haftzeit als Republikflüchtling ableisten musste. Doch es gab auch eine ganz andere Seite. Mehr als 150 Gäste waren der Einladung zu diesem Lesungsabend gefolgt. Beinahe fasste der Raum die Menschen nicht, die voller Interesse gekommen waren, Bürger aus Stollberg und um Umgebung, aber auch alte Bekannte der Autorin aus DDR- und späteren westdeutschen Zeiten. ‚Eingesperrte Gefühle bahnen sich ihren Weg‘, das ist nicht nur der Titel ihres Buches, das war auch die Stimmung der Besucher und der Autorin an diesem Abend.[…]“

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Riesiger Andrang zum Buchkauf und Signieren nach der Lesung. Foto: Geest Verlag

Stimmen zum Buch

„Es läuft der Leserin bzw. dem Leser immer wieder kalt über den Rücken“

„Wer kann sich denn vorstellen, ins Gefängnis zu kommen, weil man ein Leben in Freiheit führen will? Menschen, die in der DDR gelebt haben, können Unglaubliches erzählen, wenn es um den Drang nach einem unbeschwerten Leben ging. Mit dem Buch „Eingesperrte Gefühle bahnen sich ihren Weg“ hat die Pädagogin Marie-Luise Knopp ihre ganz eigene Geschichte aufgeschrieben. Aus erster Hand erzählt sie, wie sie sich in dem diktatorischen Staat bemüht hatte, als Lehrerin nicht aufzufallen, trotzdem eine Idee von Republikflucht zu entwickeln und schließlich ein gutes Jahr in einem der gruseligsten Vollzugsanstalten des Landes untergebracht zu sein.

Es läuft der Leserin bzw. dem Leser immer wieder kalt über den Rücken, während sie oder er auf den Spuren von Knopp mitläuft. Die Geschichte zieht die Leserin bzw. den Leser so sehr in den Bann, dass sie in einem Rutsch gelesen wird. Die Authentizität des Buchs hat eine unglaubliche Überzeugungskraft. Es wundert nicht, dass Betroffene das Erlebte lange Zeit oder gar immer für sich behalten.

Was muss es ein Leben gewesen sein, in dem man sich seiner Freundinnen und Freunde nicht sicher sein konnte? Was muss es ein Leben gewesen sein, im schulischen Unterricht aufpassen zu müssen, dass man nichts erzählt, was den Vorstellungen des Staates widerspricht? Die persönliche Geschichte von Marie-Luise Knopp hat ein Happy End gehabt, dies stimmt. Erfolgreich ist sie mit ihrem Sohn und der Mutter von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft worden und konnte ein ruhiges und abwechslungsreiches Leben in Düsseldorf leben können.

Ihren steinigen Weg durch die DDR will jedoch niemand miterleben. Es sind viele Erzählungen von Entwurzelungen, die damit beginnen, dass Knopp die geliebte Heimat verlässt, weil die Familie ein Haus in einer fremden Region geerbt hat. Die Liebesgeschichte mit John, den sie wiederholt in Budapest getroffen hat, hat ebenfalls keine Wurzeln schlagen können und damit sicher auch keine Chance gehabt, die Zeit im Frauengefängnis in der Burg Hoheneck zu überleben.

Apropos Gefängnis – Knopp hat die eigenen Gefühle nachvollziehbar einsperren müssen, um überhaupt überleben zu können. Was sie von den Sicherheitsbehörden in der DDR und der Zeit der Gefangenschaft erzählt, zeigt die Unmenschlichkeit eines diktatorischen politischen Systems. Selbst die Tatsache, dass nach der Zeit auf Burg Hoheneck Schäferhunde nicht mehr einfach nur Schäferhunde waren, spricht für sich. Während die Wut gegenüber den Aufseherinnen und Aufsehen im gesellschaftlichen Alltag und konkreter im Justizvollzug immer größer wurde, so fand Knopp in der wahrscheinlich grausamsten Zeit ihres Lebens auch Wegbegleiterinnen für das Leben unter den Inhaftierten. Prägend ist Kristel gewesen, die auch nach der Auflösung des politischen Systems ihre Freundin geblieben ist.

Die Überzeugungskraft des Buchs lebt von den eindrücklichen Beschreibungen Knopps. Die von ihr geschilderten Geschichten leben von den unzähligen lebhaften Bildern, die sie lange Zeit für sich behalten hat. Das Aufschreiben des Erlebten muss für Knopp eine große Befreiung gewesen sein. Diese Befreiung haben sicher auch viele Menschen ihr gewünscht. Für den zeitgenössischen Menschen ist ihre Geschichte ein Mahnmal gegen Unmenschlichkeit und Verachtung für den Nächsten. Ein politisches System dieser Art darf es nicht mehr geben.“

Christoph Müller, Quelle Amazon


Sprachlos und fassungslos

„… Einen Tag hab ich überlegt, das Buch zu lesen, weil ich an Ihre Worte dachte, dass es vielleicht keine Lektüre für die Weihnachtstage sei. Aber weil ich mich so darauf gefreut hatte, habe ich dann angefangen zu lesen und bin seit ein paar Tagen fertig.

Da ich bei meinen Eltern war, habe ich immer über das Gelesene mit ihnen gesprochen. Es hat mir etwas geholfen, dieses System zu verstehen. Ich muss sagen, es hat mich sehr berührt, und wenn ich ehrlich bin, bin ich einfach nur sprachlos und fassungslos!!! Was Ihnen passiert ist, macht mich sehr traurig und wütend zugleich, mir fehlen, auch heute noch, einfach die Worte dafür…“

Anne Müller, 41, Düsseldorf


Gegen das Vergessen

„Wir waren auf der Lesung des Buches ‚Eingesperrte Gefühle bahnen sich ihren Weg‘  und wir sind tief erschüttert von den geschilderten Ereignissen. Da wir nach dieser Zeit geboren wurden, können wir natürlich nicht wissen, wie es gewesen sein muss, damals in der DDR, doch mithilfe dieses Buches konnten wir es besser verstehen.

Marie-Luise Knopp beschreibt ihre Erlebnisse ehrlich und ohne etwas zu beschönigen. Beim Lesen leidet man nicht nur mit ihr, man verspürt auch Wut angesichts der menschenunwürdigen Art, wie Menschen in der ehemaligen DDR behandelt wurden. Deshalb haben wir uns entschlossen, euch das Buch auf unserem Blog vorzustellen, GEGEN DAS VERBRECHEN

Michelle, 16, Brianna 18, Solingen book._hunters

Lesung in Monheim. Foto: Calvin Huhn

Buch, nicht einfach ein Buch …

 „… Ich habe das Buch in einem durchgelesen, so sehr hat es mich gefesselt und interessiert. Ich fand es sehr bewegend, traurig und an der einen oder anderen Stelle musste ich auch schmunzeln. Ein wirklich tolles Buch.

Ich hatte eine Rezension versprochen, aber irgendwie fällt es mir doch um einiges schwerer, als ich gedacht hatte. Das Buch ist nicht einfach ein Buch, es ist das tiefste Innerstes, was du all die Jahre im Verborgenen gehalten hast. Und ich bin nicht irgendeine Leserin. Ich habe eine Beziehung zu dir, ich mag dich unheimlich gerne, du bist mir wichtig und ich verdanke dir so viel. Du kennst meine ganze Geschichte, bist ein Teil davon und ich habe all die Zeit nicht einmal geahnt was du ertragen musstest. Das macht mich irgendwie sprachlos.

Ich würde dich einfach gerne in den Arm nehmen und Dir danken.“

Tanja, 29 Duisburg, Mitglied der ehemaligen Lesegruppe mit Büchern aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie


Zuverlässig und glaubwürdig

… Ich habe das Buch in einem Zug gelesen, was bei mir keineswegs mehr üblich ist …Die Authenzität des Buches hat mich von der ersten Zeile gepackt. Es ist echt, zuverlässig, glaubwürdig. Ich bin müde und traurig, wie viel Schuld habe ich an deinem erlittenen Unrecht? Das ist gut, dass du herausgeschrieben hast, was unter Decke brodelte und kochte…“

Ingrid, 75 Leipzig (ehemalige Lehrerin, stv. Schulleiterin in Leipzig)


Danke dafür, du bist einfach aufgestanden und hast deine Würde behalten …

Danke, liebe Marie-Luise, dass du dich geöffnet hast, für dich und dein damit verbundenes Wohlergehen, für uns, die wir dich auf deinem Weg kennengelernt haben, und als Zeitzeugnis für alle, die deutsch-deutsche Geschichte verstehen wollen.
Wenn ich an unsere kurze gemeinsame Zeit an der Schule in Leipzig denke, kann ich dich genau vor mir sehen, eine junge, schöne Frau mit sprühendem Charme und einem Charisma. Das Geheimnis – das ist mir beim Lesen deines Buches sichtbar geworden – bestand in deiner inneren Stabilität, in deinem unumstößlichen Selbstwertgefühl. Dein Maulbeerbaum war immer bei dir oder in dir. Nur so konntest du all das überstehen, was du erleiden musstest.
Ich war neu an die Schule gekommen und gehörte bald zu unserem kleinen Kreis, in dem man nicht nur über den Unterricht sprach, sondern sich über Dinge austauschte, von denen wir wussten, dass sie nicht für die Stasi bestimmt waren. Wer hätte damals gedacht, dass unser Netz so undicht war.
Wir lehrten unsere Schüler, dass der Mensch in unserer Gesellschaft im Mittelpunkt steht. Gerade mal 30 Jahre war es her, dass Menschen zu Tode gequält wurden, die nicht der gleichen Meinung waren, wie es offiziell gefordert war. Und wir waren laut Lehrplan angehalten, unsere Schüler so zu erziehen, dass so etwas nie wieder passiert.
Dass es zur gleichen Zeit solche menschenunwürdigen Einrichtungen wie Hoheneck gab, hätte ich nicht einmal zu denken gewagt. Du hast dir nicht das Recht genommen, Hass zu empfinden und damit dein Leben zu vergiften. Du bist einfach aufgestanden, hast deine Würde behalten und bist deinen Weg gegangen. Du hast Kindern mit Problemen geholfen und nicht aufgehört zu lernen. Du hast zu verstehen versucht und dich nicht als Held oder Opfer feiern lassen. Deshalb sind dir auf deinem weiteren Weg so viele Freunde und Helfer begegnet. So verstehe ich Größe, so geht Menschsein..

Regine Wetzig, 74, Lehrerin aus Leipzig


Schockiert und gefesselt 

Ich bin einen langen Weg mit dir gemeinsam gegangen. Trotzdem wusste und ahnte ich nichts von  deiner Tragödie. Beim Lesen war ich dir sehr nahe und verspürte Empörung und Traurigkeit. Nun wünsche ich mir von Herzen, dass das Buch viele Menschen erreicht. Dieses Stück Geschichte darf in seiner Authentizität nicht verlorengehen. Es ist ein wichtiges und notwendiges Buch.

Marianne Aurich, 82, ehemalige Lehrerin aus Leipzig

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